Bernauerin mit Herz

Nadine Schnittke -
Bernauerin, Lehrerin, Mama, Halbtagspolitikerin

Venusbogen: Zuzug ja – aber in Maßen und mit Weitsicht

Plakat zum Venusbogen von BVB / FREIE WÄHLER

Das Bauen in Bernau geht weiter. Nach intensiven Diskussionen hat die Mehrheit aus Linken, SPD, CDU und BfB in der Stadtverordnetenversammlung für die dichtere Bebauung am Venusbogen gestimmt. Vorgesehen sind nun über 400 zusätzliche Wohneinheiten. Änderungsvorschläge unserer Fraktion für eine lockerere, ortsbildwahrende Bebauung wurden leider abgelehnt.

Wachsen ja – aber mit Augenmaß

Grundsätzlich freue ich mich über den Zuzug neuer Familien nach Bernau. Das bringt Leben in die Stadt, neue Ideen und vielfältige Begegnungen – wie man so schön sagt: Leben in die Bude.

Aber: Baut doch bitte in Maßen! Denn Wachstum muss handhabbar bleiben – und dafür muss die Infrastruktur mitwachsen. Solange wichtige Voraussetzungen wie eine Ortsumgehungsstraße, ausreichend Schul- und Kitaplätze sowie funktionierende Verkehrswege fehlen, kann eine massive Verdichtung an einer Stelle mehr Probleme schaffen als lösen.

Ein offenes Ohr für die Bürgerschaft – oder nicht?

Unser Vorschlag basierte auf den Rückmeldungen von über 520 Bürgerinnen und Bürgern, die in einer Unterschriftensammlung eine moderatere Bebauung forderten. Sie sehen, wie belastend dichte Bebauung sein kann – gerade wenn Versorgung, Verkehr und Infrastruktur nicht im gleichen Maße mitwachsen.

Trotzdem wurden diese Hinweise und Sorgen in der politischen Mehrheitsentscheidung nicht aufgegriffen. Stattdessen wurde aus den Reihen einiger Parteien argumentiert, die Meinung der Anwohner sei nicht ausschlaggebend. Gleichzeitig wurde die Idee dichter Bebauung von einzelnen Stimmen, darunter auch Personen mit Hintergründen in der Immobilienwirtschaft, als die „Meinung vor Ort“ dargestellt.

Das wirft für mich ein fragwürdiges Licht auf den Umgang mit Beteiligung und Einflussnahme. Stadtentwicklung sollte von denen mitbedacht werden, die hier wohnen, leben und ihren Alltag gestalten – nicht allein von denen, die Investitionsinteressen vertreten.

Konsistenz in der Stadtplanung?

Besonders irritierend ist der Umgang mit widersprüchlichen Positionen:
Vor einem halben Jahr wurde in einem anderen Fall eine kleinere Bebauung mit lediglich zwölf Wohneinheiten abgelehnt – mit dem Hinweis, Bernau dürfe nicht weiter verdichtet werden. Wenn dann an anderen Stellen mehrere Hundert Einheiten beschlossen werden, wirkt das inkonsequent.

Und noch ein Punkt: Die Zusage, keine neuen Wohngebiete auszuweisen, verliert an Wert, wenn bestehende Baugebiete beliebig erweitert werden können. So ist aus ursprünglich rund 160 Wohneinheiten nun eine Verdreifachung geworden – ein Unterschied, der spürbar ist.

Was wir brauchen

Für mich ist klar: Bernau braucht Wachstum – aber wachsend mit Orientierung und Verantwortung.

Das heißt:

  • Ortsumgehungsstraße für Bernau, um den Verkehr besser zu lenken,
  • mehr Schul- und Kitaplätze, damit Familien nicht in Warteschlangen stecken,
  • Flächen für Grün, Erholung und Nachbarschaften, die lebenswert sind.

Nur so bleibt Bernau lebenswert – für alle, die schon hier sind, und für alle, die neu hinzukommen.

Wie steht ihr zum Ausbau am Venusbogen?
Was ist euch bei neuen Wohngebieten besonders wichtig – mehr Grün, weniger Verkehr, ortsbildverträgliche Bebauung oder ganz andere Aspekte?

Schreibt mir gern eure Meinung – eure Erfahrungen und Perspektiven sind mir wichtig, denn Stadtentwicklung betrifft uns alle.

Den Beschluss findet ihr hier: https://petervida.de/news/venusbogen/

Die MOZ hat auch berichtet: https://www.moz.de/lokales/bernau/immobilien-entscheidung-ueber-neues-wohnprojekt-am-venusbogen-in-bernau-ist-gefallen-56060862.html 

3 Orangene Herzen untereinander

Eure Bernauerin mit Herz, Nadine Schnittke

 

Das könnte dich auch interessieren: